„Weil die asozialer sind“ – Gründe von Lehramtsstudierenden gegen das Lehramt Sek I

Grunddaten zum Vortrag

Art des Vortragswissenschaftlicher Vortrag
Name der VortragendenHolle, J., Gollub, P. & Schultes, P.
Datum des Vortrags29.09.2026
VortragsspracheDeutsch

Informationen zur Veranstaltung

Name der Veranstaltung90. Tagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (AEPF) "Wissen|schaf[f]t|Ordnung?"
Zeitraum der Veranstaltung28.09.2026 - 30.09.2026
Ort der VeranstaltungBielefeld
Webseite der Veranstaltunghttps://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/aepf2026/index.xml
Veranstaltet vonArbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (AEPF)

Zusammenfassung

Der Lehrkräftemangel wird seit einigen Jahren facettenreich diskutiert (Behrens et al., 2023). Die wissenschaftlichen Lösungsvorschläge und bildungspolitischen Maßnahmen sind zahlreich, zeigen jedoch z. B. beim Ausbau von Studienplatzkapazitäten nicht durchgängig die gewünschten Effekte (Schultes et al., 2024). Zudem nehmen Schwund von Studierenden (Heublein, 2022) und Ausstiege von (angehenden) Lehrkräften (Güldener et al., 2020) zu. Bislang wurde die Problematik des Lehrkräftemangels vornehmlich nicht lehramtsspezifisch beforscht, wenngleich die Bedarfe je nach Lehramt sehr verschieden sind (KMK, 2025 ). Um der Frage nachzugehen, welche Gründe bei Sekundarstufe I-Studierenden zu Studienabbruch führen, werden seit dem Wintersemester 2024/25 die Studierendenkohorten an einem Hochschulstandort während des Bachelors begleitet und multithematisch qualitativ und quantitativ befragt. Ziele sind a) zu eruieren, welche Gründe gegen und für eine Wahl des Lehramtsstudiums für die Sekundarstufe I genannt werden und b) Unterschiede zwischen den Lehramtsstudiengängen zu identifizieren, die für Studienwechsel bzw. -abbruch potentiell relevant sein könnten. Erste Ergebnisse der Messzeitpunkte I (Oktober 2024) und II (Oktober 2025), die sich aus der inhaltsanalytischen Auswertung der Antworten auf die offene Frage nach den Gründen zur Entscheidung gegen dieses Lehramt von n=260 Studierenden ergeben, heben pädagogische Überzeugungen, abweichende Motivationen und strukturelle Bedingungen als wesentliche Begründungen hervor. Gleichzeitig zeigen sich u. a. Unsicherheiten bei bis zu 20 % der Sekundarstufe-I-Studierenden hinsichtlich der Wahl ihres Studiengangs und der studierten Fächer. Ebenso ist dieses Lehramt für Studierende anderer Lehrämter aufgrund des Alters der Schüler*innen, des fachlichen Anspruchs während des Studiums oder der externen Bedingungen wie Bezahlung unattraktiv. Auch zeigen sich in den Aussagen reproduzierte Vorurteile und Stereotype, die sich auch bei Rübben (2025) finden.
StichwörterLehrermangel; Berufswahlüberprüfung; Studierendenschwund; Lehrerausbildung; Sekundarstufe I

Vortragende der Universität Münster

Gollub, Patrick
Holle, Jörg
Schultes, Philipp

Projekte über die im Vortrag berichtet wurde

Laufzeit: seit 01.04.2024
Art des Projekts: Eigenmittelprojekt