Werner, Sören; Hammann, Marcus
PosterDer beobachtete Verlust an Primärerfahrungen in der Natur (Soga & Gaston, 2016) macht deutlich, dass eine Notwendigkeit besteht, eine nachhaltige Mensch-Natur Beziehung zu stärken (Richardson et al., 2019). Das mehrdimensionale umweltpsychologische Konstrukt der Naturverbundenheit (nature connectedness) stellt einen starken Prädiktor für pro-umweltbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen dar (Otto & Pensini, 2017). Mithilfe des Nature Connectedness Index (NCI) lässt sich das Ausmaß der Naturverbundenheit messen (Richardson et al., 2019). Der NCI berücksichtigt hierzu die fünf Zugänge zur Naturverbundenheit (Pathways): contact, emotion, compassion, meaning und beauty (Lumber et al., 2017). Beispielsweise lauten resultierende NCI-Items „I always find beauty in nature“, „Being in nature makes me very happy“ und „I feel part of nature“ (Richardson et al., 2019). Für Kinder im Alter von 13-15 Jahren erhoben Richardson et al. (2019) vergleichbar zu weiteren Studien einen deutlich niedrigen NCI Wert. Hieraus leitet sich ein Handlungsbedarf ab, Naturverbundenheit als affektives Lernziel und bezogen auf eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Biologieunterricht der Sekundarstufe I zu fördern (z.B. SDG 15 „Leben an Land“, UNESCO, 2017). Es gibt Hinweise dafür, dass Naturverbundenheit durch das Reflektieren über selbsttätig gewonnene Naturerfahrungen gefördert werden kann (Richardson & Sheffield, 2015). Die geplante Studie untersucht daher zunächst, wie eine gelingende Selbstreflexion der eigenen Naturerlebnisse unterstützend angeleitet werden kann. Hierzu wird ein am Pathway-Konzept (Lumber et al., 2017) orientiertes Reflexionstool erprobt, welches insbesondere zur Reflexion von Gedanken und Gefühlen geeignet ist, die in Pathway-basierten Aktivitäten (z.B. Naturschönheit erleben, beauty-Pathway) in der Natur durch die Lernenden wahrgenommen wurden. Folglich soll in einem Prä-Post-Retentionsdesign erforscht werden, inwiefern eine Pathway-basierte, angeleitete Selbstreflexion von als persönlich bedeutsam empfundenen Naturerlebnissen die Naturverbundenheit von Lernenden im außerschulischen Biologieunterricht fördert. Der hier beschriebene umweltpsychologische Betrachtungsansatz ist biologiedidaktisch neuartig im Hinblick auf die Berücksichtigung individualisierter Zugänge zur Naturverbundenheit (vgl. Lumber et al., 2017), z.B. exkursionsbegleitend, in der selbstreflektierten Wahrnehmung von Naturerleben von Lernenden der betrachteten Alterskohorte (z.B. 8. Klasse, NRW) im Biologieunterricht.
| Hammann, Marcus | Professur für Didaktik der Biologie (Prof. Hammann) |
| Werner, Sören | Professur für Didaktik der Biologie (Prof. Hammann) |
| Förderung von Naturverbundenheit durch angeleitete Selbstreflexion über Naturerlebnisaktivitäten bei Lernenden im SI-Biologieunterricht (Posterpräsentation) Werner, Sören; Hammann, Marcus (25/02/2026) 27. Internationale Frühjahrsschule der Fachsektion Fachdidaktik der Biologie (FDdB) im VBIO, Dresden Type of talk: scientific Talk |