Förderung der Selbstwirksamkeitserwartung von Lehramtsstudierenden zum Einsatz
von Experimenten im Geographieunterricht
Grunddaten zum Promotionsverfahren
Promotionsverfahren erfolgt(e) an: Promotionsverfahren an der Universität Münster
Zeitraum: 09.09.2019 - 12.12.2022
Status: abgeschlossen
Promovend*in: Rosendahl, Nadine
Promotionsfach: Didaktik der Geographie
Abschlussgrad: Dr. phil.
Form der Dissertationsschrift: monographisch
Verleihender Fachbereich: Fachbereich 14 - Geowissenschaften
Betreuer*innen: Hemmer, Michael; Peter, Carina
Gutachter*innen: Hemmer, Michael; Peter, Carina
Beschreibung
Mit Experimenten im Geographieunterricht werden zahlreiche Potenziale verbunden und ihr Einsatz wird vielfach gefordert (Höck 1887; KMK 2018; Rinschede, Siegmund 2020). In der Unterrichtspraxis spielen sie jedoch kaum eine Rolle (Hemmer, Hemmer 2010; Miener, Köhler 2013). Diese Kluft zwischen theoretischer Würdigung und praktischem Einsatz ist verbunden mit der Wahrnehmung von besonderen Herausforderungen und dem Gefühl der eigenen mangelnden Kompetenz bei (angehenden) Lehrkräften (Hof, Hennemann 2013; Höhnle, Schubert 2016; Miener, Köhler 2013). Vor diesem Hintergrund ist es von Bedeutung, entsprechende Lernangebote zu schaffen und gleichzeitig stattfindende Professionalisierungsprozesse in den Blick zu nehmen. In Anbetracht der Hinderniswahrnehmung ist vor allem die Beschäftigung mit dem Konstrukt der Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) relevant. Sie gelten als ein wichtiger motivationaler Teil der professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften (Baumert, Kunter 2011). Für die Förderung der SWE in der ersten Phase der Lehrerbildung scheinen Lehr-Lern-Labore als universitäre Veranstaltungsformate mit Praxisphase besonders geeignet zu sein, da sie durch ihre spezifische Konzeption grundsätzlich alle Quellen der SWE ansprechen können (Bandura 1997). Das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung entstandene Forschungsprojekt knüpft hieran an und hat sich zum Ziel gesetzt, am Standort Münster ein Lehr-Lern-Labor zum Thema ,Experimente im Geographieunterricht‘ zu konzipieren, zu evaluieren und forschungsbasiert weiterzuentwickeln. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie ein Lehr-Lern-Labor zum Einsatz von Experimenten im Geographieunterricht gestaltet werden kann, um Professionalisierungsprozesse bei den Studierenden mit besonderem Fokus auf die spezifische SWE zu fördern. Neben der Konzeption und Implementation der konkreten Lernumgebung steht die Generierung von auf andere Kontexte übertragbaren Design-Prinzipien im Vordergrund. Ausgehend von dieser doppelten Zielsetzung ist das Forschungsdesign im Design-Based Research-Ansatz angelegt. Nach diesem ist der Forschungsprozess gekennzeichnet durch zyklisch-iterative Phasen des (Re-)Designs, der Umsetzung und der Analyse (DBRC 2003). Im vorliegenden Forschungsprojekt wurden vier Zyklen mit der Dauer von jeweils einem Semester durchlaufen. Insgesamt haben in den vier Zyklen 51 Studierende das GEO Lehr-Lern-Labor besucht. Für die Beantwortung der Fragestellung wurde zunächst die spezifische SWE der Studierenden mittels eines hierfür entwickelten quantitativen Fragebogens im Prä-Post-Design erhoben (nF=37). Im Anschluss an die Lehrveranstaltung wurden zudem mit einem Teil der Teilnehmenden leitfadengestützte Interviews geführt (nI=24). Diese geben einen detaillierteren Einblick in die Kompetenzwahrnehmung und decken die Wirkung bestimmter Design-Prinzipien auf. Die Interviews wurden mittels strukturierender Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Anstieg der spezifischen SWE in allen vier Zyklen stattfand, was sich mit anderen empirischen Ergebnissen zu Lehr-Lern-Laboren deckt (z. B. Weß et al. 2020). Die Qualitativen Ergebnisse belegen dabei, dass bei Studierenden mit wenig Vorerfahrung im Verlauf der Lehrveranstaltung zunächst eine Veränderung der eigenen Kompetenzwahrnehmung nach unten bzw. der Anforderungswahrnehmung nach oben stattfand, was für die Unterstützung der Herausbildung realistischer Vorstellungen in Verbindung mit einer gezielten Kompetenzförderung spricht. Insgesamt konnten theorie- und empiriegeleitet sechs übergeordnete Design-Prinzipien für die Gestaltung einer Lehrveranstaltung zur Förderung der spezifischen SWE abgeleitet werden, wobei den eigenen Handlungserfahrungen und hierbei insbesondere der Praxisphase mit den Schüler*innen eine herausragende Bedeutung zukommt. Hinsichtlich der Wirkung des Design-Prinzips ,Komplexitätsreduktion‘ zeichnet sich ein Spannungsfeld zwischen wahrgenommener Entlastung und empfundener Praxisferne ab. Dies betrifft bspw. die reduzierte Schüleranzahl in der Praxisphase sowie vorgenommene inhaltliche Fokussierungen. Insgesamt zeigt die Heterogenität der Bewertungen über alle Zyklen hinweg auf, dass das Herstellen einer angemessenen Balance zwischen Komplexitätsreduktion und Authentizität eine der wesentlichen Herausforderungen für die Konzeption eines Lehr-Lern-Labors zur Förderung der (spezifischen) SWE darstellt.
Promovend*in an der Universität Münster
Betreuung an der Universität Münster
Begutachtung an der Universität Münster
Projekte in denen das Promotionsverfahren erfolgt(e)
Laufzeit: 01.07.2019 - 31.12.2023 | 2. Förderperiode Gefördert durch: BMFTR - Qualitätsoffensive Lehrerbildung Art des Projekts: Beteiligung an einem bundesgeförderten Verbund |
Laufzeit: 01.04.2016 - 30.06.2019 | 1. Förderperiode Gefördert durch: BMFTR - Qualitätsoffensive Lehrerbildung Art des Projekts: Beteiligung an einem bundesgeförderten Verbund |
Publikationen im Promotionsverfahren entstanden
Rosendahl, N. (2023) Noderstedt: Selbstverlag / Eigenverlag. Fachbuch (Monographie) | Veröffentlicht |
Vorträge gehalten im Promotionsverfahren