Der Einsatz von Videos spielte in der oben beschriebenen Lehrveranstaltung zum forschenden Lernen nur in Bezug auf die Reflexion eigenen Unterrichtshandelns im Lehr-Lern-Labor eine Rolle. Aus der Erfahrung mit den Studierenden wurde jedoch deutlich, dass großes Interesse besteht, sich intensiver mit dem Medium der Videografie auseinanderzusetzen. Unterrichtsvignetten (kurze Unterrichtsszenen in videografierter Form) bieten die Möglichkeit, authentische Lernsituationen im Rahmen der Lehrersausbildung zu schaffen und sowohl das eigene als auch fremdes Unterrichtshandeln zu reflektieren. Allerdings lagen bislang kaum geeignete Vignetten vor, die auf den Bereich ‚Schülervorstellungen im Chemieunterricht’ fokussieren. Im ersten Teil des Projektes wurden daher aus vorangegangenen Forschungsprojekten Videovignetten generiert, anhand derer sich wesentliche Elemente in Bezug auf die Diagnose und den Umgang mit Schülervorstellungen im Chemieunterricht reflektieren lassen. Als theoretische Grundlage und Orientierung für die Entwicklung der Videovignetten diente das im Vorgängerprojekt entwickelte Kompetenzmodell. Darauf aufbauend wurde ein Kriterienkatalog zur Erstellung der Vignetten entwickelt. Im zweiten Teil des Projektes wurden die entwickelten Vignetten im Rahmen eines chemiedidaktischen Seminars eingesetzt, um Studierende über die Reflexion der darin sichtbaren Handlungen und Lehrer-Schüler-Interaktionen an einen professionellen Umgang mit Schülervorstellungen heranzuführen. Der dritte Teil erfolgte analog zum vorherigen Seminar im Lehr-Lern-Labor C(LE)2VER, in welchem die Studierenden Unterrichtseinheiten konzipierten, erprobten und anhand von Videografien reflektierten. Durch die intensive Auseinandersetzung mit ihren eigenen Videos, kristallisierte sich ein weiterer Schwerpunkt heraus: Situationen, die von Seiten der Studierenden als unerwartet und problematisch beschrieben wurden. Anhand der entstandenen Videos wurden solche typische „Stolpersteine“ für angehende Lehrkräfte im Kontext Schülervorstellungen identifiziert und als neuer Inhalt in das Seminar integriert. Dies ermöglicht den Studierenden ein Handlungsrepertoire für mögliche Stolperstein-Situationen aufzubauen. Promotionsprojekt: Yvonne Rath (abgeschlossen) Förderung: Qualitätsoffensive Lehrerbildung
| Marohn, Annette | Professur für Didaktik der Chemie (Prof. Marohn) |
| Rath, Yvonne | Institute of Chemistry Education |