Von A wie Airbus A380 bis Z wie Zeit als physikalische Größe. Interessenorientierung als Perspektive von Partizipation im projektorientierten Unterricht.
Basic data for this talk
Type of talk: scientific talk
Name der Vortragenden: Carly Abbenhaus
Date of talk: 01/10/2024
Talk language: German
Information about the event
Name of the event: Tagung der DGFE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe in Saarbrücken: Bezugsnotwendigkeiten in der Grundschule - Pädagogik und Fachdidaktik in der Grundschulbildung
Event period: 30/09/2024 - 02/10/2024
Event location: Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Abstract
Die Forschungslage zu interessenorientierten Lernsettings lässt sich unabhängig von der Schulform im Wesentlichen in zwei Diskursstränge unterteilen. Zum einen die Interessenorientierung im Fachunterricht (z.B. Hemmer, Hemmer, Warnke & Zietzsch, 2019) und zum anderen die Interessenorientierung im Kontext fächerverbindender und freier Lernformate (z.B. Kramer & Wegner, 2020). Im zweiten Strang erfährt der Projektunterricht auch empirisch Beachtung (Müller-Kuhn, D. et al., 2020). Hierbei wird Interesse unterschiedlich akzentuiert. So kann das situationale Interesse (Krapp, 1992) an Unterricht unabhängig von dem konkreten Unterrichtsinhalt über die organisatorische und methodische Partizipation der Schüler*innen und den daraus resultierend höheren Selbstbestimmungsgrad gesteigert werden (Hartinger, 2006). Bedeutsam ist, dass bislang nur wenige systematische Erkenntnisse darüber vorliegen, welche individuellen Interessen Grundschüler*innen überhaupt im Kontext von Schule und Unterricht artikulieren. In der, dem Beitrag zugrundeliegenden Studie werden die Präsentationen von Schüler*innen in einem Enrichmentprojekt hinsichtlich der erkennbar werdenden Interessen untersucht. Die Schüler*innen sollen in dem Projekt in ihren Stärken herausgefordert und gleichzeitig dadurch unterstützt werden, dass sie systematisch Strategien selbstregulierten Lernens kennenlernen und diese in ihren Vorhaben anwenden. Im Projekt definieren die Schüler*innen eigenständig ein Thema, arbeiten hieran ein Schulhalbjahr und erstellen eine schriftliche Arbeit sowie einen multimedialen Vortrag als Endprodukte. Aus diesen Rahmenbedingungen ergeben sich für den Beitrag folgende leitende Fragestellungen: 1. Welche Themen wählen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 3 und 4 im Projektunterricht, wenn sie eine freie Wahl treffen können? 2. Inwiefern lassen sich in den von den Schüler*innen bearbeiteten Themen Regionalitäts- und Aktualitätszüge erkennen? Die Datenbasis bilden die Themen der Vorträge, die von Grundschüler*innen (3./4. Klasse) aus vier unterschiedlichen Grundschulen in einer nordrhein-westfälischen Region zwischen den Schuljahren 2006/07 und 2022/23 (N=632) präsentiert wurden. Durch die fortwährende Datenerhebung lassen sich langfristige Perspektiven hinsichtlich der Interessen von Grundschüler*innen beschreiben. Die Themen werden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz & Rädiker, 2022) deduktiv anhand des my Interests Survey (Grades K-4) sowie des my Interests Survey (Grades 5-8) (Purcell, 2020) kategorisiert. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass bei einem Zeitraum von 16 Jahren neben vielen überdauernden Themen und Kategorien auch Trendthemen identifiziert werden können. Auch regionale Bezüge sind zu erkennen. Aus den Projektergebnissen lassen sich Rückschlüsse und Perspektiven für den regulären Unterricht an Grundschulen entwickeln, etwa mit Blick auf die Frage, welche Themen Schüler*innen stärker für den Unterricht motivieren könnten.
Keywords: Partizipation, Interessenorientierung, Projektunterricht
Speakers from the University of Münster
| Abbenhaus, Carly | Professur für Begabungsforschung/Individuelle Förderung (Prof. Fischer) |