EXC 212 D2-13 - „Höhere Gewalt“ und öffentliches Handeln. Politik im Zeichen der Pest

Grunddaten zu diesem Projekt

Art des ProjektesTeilprojekt in DFG-Verbund koordiniert an der Universität Münster
Laufzeit an der Universität Münster01.10.2014 - 31.12.2018 | 1. Förderperiode

Beschreibung

Der „Schwarze Tod" stellte für die Menschen des Spätmittelalters allenfalls in zweiter Instanz ein körperintern-pathologisches Krankheitsbild dar. Er repräsentierte zuforderst eine physische Gewalterfahrung externen Ursprungs. Anstelle eines Mikroorganismus galt Gott selbst beziehungsweise die von ihm geschaffene Natur als Ursache der Pandemie. Als Produkt einer „höheren Gewalt" wurde die Pest zum Bezugspunkt theologischer Auslegung, in ihrer irdischen Gestalt aber auch zum Gegenstand naturphilosophischer Expertisen. Den Zeitgenossen galt es, im Dialog mit Gott und seinem Naturgesetz nicht allein das individuelle überleben sicherzustellen, sondern auch Strategien der kollektiven Krisenbewältigung zu entwickeln, denn, wie es Klaus Bergdolt formuliert, „die Pest war seit 1348 stets auch ein Politikum". Das Projekt soll in einem bis zum Ende des 15. Jahrhunderts reichenden Zeithorizont unter zwei komplementären Zentralperspektiven erstens den mittelalterlichen Pestdiskurs in seiner doppelten Polarität und zweitens dessen Niederschlag in konkreten Praktiken öffentlichen Handelns betrachten. Der Blick auf das Diskursfeld „Pest" macht es möglich, die bis heute prägende Grenzziehung zwischen Politik und Naturwissenschaft an einer zentralen Etappe ihrer historischen Genese zu beleuchten.

StichwörterSpätmittelalter; Politik und Pest; Religion und Pest; Pest; Dialog Gott und Naturgesetze; mittelalterlicher Pestdiskurs; Grenzziehung zwischen Politik und Naturwissenschaft
Webseite des Projektshttp://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/forschung/projekte/d2-13.html
Mittelgeber / Förderformat
  • DFG - Exzellenzcluster (EXC)

Projektleitung der Universität Münster

Keupp, Jan

Antragsteller*innen der Universität Münster

Keupp, Jan

Wissenschaftliche Projektmitarbeiter*innen der Universität Münster

Wolff, Katharina Elisabeth

Zugehöriges Hauptprojekt

Laufzeit: 01.11.2012 - 31.12.2018 | 2. Förderperiode
Gefördert durch: DFG - Exzellenzcluster
Art des Projekts: DFG-Hauptprojekt koordiniert an der Universität Münster

Publikationen der Universität Münster entstanden im Projekt

Wolff, Katharina Elisabeth (2021)
StuttgartFranz Steiner Verlag.
Fachbuch (Monographie) | Veröffentlicht