Die Entdeckung von Hochtemperatursupraleitung in Eisen-Arsen-Verbindungen hat in der Festkörperphysik und Festkörperchemie national und international größte Aufmerksamkeit erregt und immense Forschungsanstrengungen ausgelöst. Gründe für das große Interesse sind (1) die hohen kritischen Temperaturen von bis zu 55 K, (2) die reichhaltigen physikalischen Eigenschaften mit einem ausgeprägten Wechselspiel zwischen Struktur, Magnetismus und Supraleitung, (3) die große Materialvielfalt und (4) nicht zuletzt das Potenzial für technische Anwendungen. Mit dem Schwerpunktprogramm wird eine konzertierte Anstrengung unternommen, um Materialien und Mechanismen dieser neuen Hochtemperatursupraleiter besser zu verstehen. Die angestrebte systematische Materialforschung hat zum Ziel, Proben der bereits bekannten Verbindungen optimal herzustellen, neue supraleitende Stoffsysteme zu finden und das Anwendungspotenzial auszuloten. Aufeinander abgestimmte experimentelle und theoretische Untersuchungen sollen dazu beitragen, die grundlegenden physikalischen Eigenschaften der Pniktide und speziell den Mechanismus der Supraleitung zu verstehen. Ein ganz wesentlicher Aspekt der Initiative besteht in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Festkörperchemie und -physik, beziehungsweise der Verzahnung von Material- und Grundlagenforschung. Die auf den Gebieten Chemie und Materialwissenschaften arbeitenden Gruppen sollen potenzielle neue Systeme erschließen und zur Optimierung von Materialien beitragen. Die physikalische Forschung soll nicht nur das Verständnis der Phänomene verbessern, sondern durch umfassende Charakterisierung und Modellierung auch auf die vornehmlich im Bereich der Chemie angesiedelten Synthesearbeiten zurückwirken.
Laufzeit: 01.05.2010 - 30.04.2013 | 1. Förderperiode Gefördert durch: DFG - Schwerpunktprogramm Art des Projekts: Teilprojekt in DFG-Verbund koordiniert außerhalb der Universität Münster | |
Laufzeit: 01.07.2013 - 30.06.2016 | 2. Förderperiode Gefördert durch: DFG - Schwerpunktprogramm Art des Projekts: Teilprojekt in DFG-Verbund koordiniert außerhalb der Universität Münster |