Externe Demokratieförderung in postsozialistischen Transformationsstaaten
Grunddaten zum Promotionsverfahren
Promotionsverfahren erfolgt(e) an: Promotionsverfahren an der Universität Münster
Zeitraum: 01.10.2000 - 01.09.2004
Status: abgeschlossen
Promovend*in: Freise, Matthias
Promotionsfach: Politikwissenschaft
Abschlussgrad: Dr. phil.
Verleihender Fachbereich: Fachbereich 06 - Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften
Betreuer*innen: Zimmer, Annette
Beschreibung
In meiner Dissertation untersuche ich externe Demokratieförderung durch westliche Geber im Prozess der Konsolidierung postsozialistischer Transformationsstaaten am Beispiel der Tschechischen Republik. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen die Anstrengungen der ausländischen Akteure, zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken, die eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Konsolidierung des jungen demokratischen Systems darstellen. Die Fragestellung wird in den Rahmen des Erkenntnisinteresses der neueren Transformationsforschung eingepasst. Mit dem Stand der Forschung befasst sich Kapitel 1, in dem das Konzept der Zivilgesellschaft demokratietheoretisch interpretiert wird. Im Vordergrund der Analyse steht dabei die Frage, welchen Einfluss politische Kultur und Dritter Sektor als Ausformungen der Zivilgesellschaft auf den Prozess der demokratischen Konsolidierung ausüben. Kapitel 2 stellt die Rahmenbedingungen der externen Demokratieförderung in der Tschechischen Republik dar. Eigentliches Kernstück der Dissertation ist dann Kapitel 3: Hier werden die Befunde einer qualitativen Untersuchung mit Hilfe von Experteninterviews vorgestellt und eingehend diskutiert. Diese Experteninterviews mit insgesamt 45 Projektreferenten und Leitern ausländischer Förderorganisationen aus Amerika und der Europäischen Union werden ergänzt durch eine umfassende Auswertung offizieller und inoffizieller Dokumente der untersuchten Förderorganisationen. Beide Untersuchungsstränge werden durch eine Sekundärauswertung quantitativer Erhebungen ergänzt. Der politikwissenschaftliche und politisch-praktische Nutzen der Dissertation besteht im wesentlichen in der systematischen Erweiterung unseres Kenntnisstandes über Motive, Instrumentarien und Wirkungsketten der einzelnen Förderer sowie in daraus abgeleiteten Hinweisen für eine effektivere Geberkoordination in postsozialistischen Ländern.