Laube M., Puls H., Tutino C.
Research article (journal) | Peer reviewedDer Beitrag untersucht anhand von polizeilichen Hellfeld-Daten, inwieweit sich die Altersstruktur von Tatverdächtigen und Opfernrechtsmotivierter Gewalt zwischen 2007 und 2017 in Nordrhein-Westfalen gewandelt hat. Auf Basis von bislang noch nicht ausgewerteten statistischen Datenmaterials der polizeilichen Statistik (PMK-rechts) zeigen Max Laube, Hendrik Puls und Claudia Tutino, dass der Altersdurchschnitt der Tatverdächtigen rechtsmotivierter Gewalt in NRW in den vergangenen zehn Jahren fast kontinuierlich angestiegen ist. Das Durchschnittsalter stieg von 24 Jahren im Jahr 2007 auf 37 Jahre im Jahr 2017 an. Folglich hat sich auch der Anteil der Erwachsenen an den Tatverdächtigen deutlich erhöht.Der durchschnittliche Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen lag in den Jahren 2012 bis 2017 bei 81,6%, wohingegen er in den Jahren 2007 bis 2011 lediglich 55,2% umfasste.Folglich spielen Jugendliche und Heranwachsende nur noch eine untergeordnete Rolle als Tatverdächtige rechtsmotivierter Gewalt. Damit verliert die in der Forschung noch immer verbreitete These, bei rechter Gewalt handele es sich vornehmlich um eine Form der Jugenddelinquenz, ihre empirische Grundlage. Hinsichtlich der Opfer rechter Gewalt lässt sich keine Veränderung der Altersstruktur nachweisen. Die Ergebnisse für NRW ähneln Befunden für die Bundesländer Sachsen und Berlin. Eine bundesweite Untersuchung ist aufgrund fehlenden Datenmaterials bislang nicht möglich.
Tutino, Claudia | Professorship for work and knowledge (Prof. Ernst) |