Flückiger, Anna
Review article (journal) | Peer reviewedWie steht es um die Frühgeschichtliche Archäologie? Seit gut einem Jahrzehnt regen sich Stimmen im Fach – konkret im deutschsprachigen Raum–, die besagen, dass es in einer Krise stecke und eine theoretische Neuausrichtung benötige. Mit seinem 2024 erschienenen Beitrag «Die Archäologie des 1. Jahrtausends zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und wissenschaftlicher Relevanz» nimmt zuletzt Alexander Veling diesen Krisendiskurs auf. Die Fäden dieses Diskurses werden im vorliegenden Beitrag aufgegriffen und in den Rahmen derzeitig ablaufender Paradigmenwechsel eingeordnet. Als Fallbeispiel für die Veränderungen im Fach werden Forschungen aus der frühmittelalterlichen Gräberarchäologie betrachtet. Anschliessend wird die Diskussion über die Selbstverortung der Frühgeschichtlichen Archäologie weitergeführt. Dabei wird versucht, diese in einem auf theoretisch-methodologischer, aber auch inhaltlicher Ebene befindlichen Wandel zu sehen, der nicht nur die Frühgeschichte betrifft. Er birgt grosses Potenzial für die Zukunft des Faches sowie der Ur- und Frühgeschichtlichen wie auch Provinzialrömischen Archäologie.