Festpraktiken als temporäre Verräumlichungen einer sozial-ökologischen Transformation? Die Kulturelle Landpartie im Wendland aus geographisch-relationaler PerspektiveOpen Access

Kettner, Le-Lina

Research article (journal) | Peer reviewed

Abstract

Gesellschaftliche Transformationen werden zunehmend in erlebnisorientierten, affizierenden Räumen verhandelt. Werden politische Anliegen im Rahmen eines Festes artikuliert, wird unmittelbar von Kommerzialisierung statt von politischer Partizipation gesprochen. Um diese Gegenüberstellung aufzubrechen, nimmt dieser Beitrag das Spannungsfeld von Aktivismus und Festivalisierung zum Ausgangspunkt. Entlang eines empirischen Beispiels stellt sich die Frage, wie die Gegenwart einer sozial-ökologischen Transformation durch festivalisierten Aktivismus erfahrbar wird. Mit einem praxeologischen Ansatz wird die Kulturelle Landpartie im Wendland (Niedersachsen) als temporäres, verräumlichtes Protestereignis begriffen, um mit qualitativen Methoden das Spannungsfeld zwischen Erlebnisorientierung, lokalem Umweltaktivismus und Kommerz herauszuarbeiten. Das untersuchte Fest macht Wachstumskritik, solidarische Sorgeinfrastrukturen und Gemeinschaft konsumierbar. Vergnügen und Protest schließen sich hierbei eben nicht aus, sondern forcieren gerade in ihrer Verschränkung vereinzelt Brüche mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen und Entfremdung auf diesem Fest.

Details about the publication

JournalSoziologie und Nachhaltigkeit (SuN)
Volume12
Issue1
Page range125-141
StatusPublished
Release year2026
Language in which the publication is writtenGerman
KeywordsPolitische Feste, sozial-ökologische Transformation, Praktikentheorie, relationale Geographie

Authors from the University of Münster

Kettner, Le-Lina