Damiano, Aline; Flückiger, Anna; Gabriel, Amanda
Research article (book contribution) | Peer reviewedBrigitte Röder hat mit ihren Arbeiten wesentliche Impulse für eine archäologische Kindheitsforschung gegeben. In der Archäologie des Frühmittelalters stechen zu diesem Thema bislang wenige Forschungsarbeiten aus einer Fülle an archäologischen Quellen und ungenutztem Forschungspotential heraus. Dieses – mit Schwerpunkt auf die merowingischen Königreiche und anliegende Gebiete – zu charakterisieren und nutzbar zu machen, ist unser Ziel für diesen Beitrag: Auf einleitende Bemerkungen zu Konzepten und zum Forschungsstand der archäologischen Kindheitsforschung, die besonders Brigitte Röders Beitrag würdigen, folgt der Forschungsstand zur Kindheitsarchäologie konkret für das Frühmittelalter und insbesondere in der deutschsprachigen Forschung. Verschiedene Themen, die darüber hinaus produktiv für die Konzeptualisierung von «Kindheit» im Frühmittelalter sein könnten, werden im Anschluss aufgegriffen: Die Frage nach Kindern als Hersteller*innen materieller Kultur, diejenige nach Kindern auf Darstellungen in der frühmittelalterlichen Bildkunst und eine fachliche (Selbst-)Reflexion zu Kindern auf archäologischen Lebensbildern des Frühmittelalters. Unser Ziel ist es, auf diesen Grundlagen anschliessend neue Ideen, Desiderate und Zukunftsperspektiven für die Kindheitsforschung in der Frühmittelalterarchäologie zu erarbeiten.