Lehrkräfte übernehmen eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Wandel: Sie tragen dazu bei, künftige Generationen dazu zu befähigen, ihr Zusammenleben unter den jeweils aktuellen Bedingungen erfolgreich zu gestalten. Damit Lehrkräfte hierbei keine im Rahmen der eigenen Sozialisierung erworbene Ausschlussmechanismen weitergeben und durch falsche Vorannahmen Kinder und Jugendliche mit sogenannter geistiger Behinderung im Lernprozess benachteiligen, müssen schulische und außerschulische Musikpädagoginnen und -pädagogen lernen, wie sie Lernerfolg ermöglichen oder wann sie ihn verhindern. Das interdisziplinäre Projekt ProDiMuk untersucht daher den Umgang mit Diversität im inklusiven Musikunterricht an Schulen und Musikschulen und hinterfragt vor allem den Umgang mit besonders vulnerablen Personengruppen. Nach einer interviewgestützten Erhebung der biographischen Erfahrungen von Musikpädagoginnen und -pädagogen werden Unterrichtseinheiten videographiert und ko-konstruktiv mit den Unterrichtenden reflektiert. Ein Transferzirkel aus Fachleuten der schulischen und musikschulischen Praxis, der Hochschullehre und Lehrkräftefortbildung sowie der Bildungsadministration begleitet das Vorhaben über die gesamte Projektlaufzeit. Die Leibniz Universität Hannover leitet das Verbundvorhaben, wertet die an allgemeinen, inklusiven Schulen erhobenen Daten aus und kümmert sich um die Ausarbeitung der Professionalisierungsbausteine und OER. Die Erkenntnisse des Vorhabens fließen über die beteiligten Ebenen der Praxis, Administration und Lehrkräftebildung direkt zurück ins Feld. Darüber hinaus werden sie künftig einen verbesserten diversitäts- und diskriminierungssensiblen Musikunterricht ermöglichen.