Die Religionsgeschichte in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts weist eine eigentümliche Entwicklung auf: Zum einen haben mit Blick auf Deutschland wie auf große Teile Westeuropas die christlichen Großkirchen an innerer Kohärenz verloren. Auf der anderen Seite begegnet jedoch ein vitales Interesse an Fragen der Religion, vor allem im Hinblick auf öffentliche Debatten. Wissenschaftler, Journalisten und nicht zuletzt auch Politiker haben die Religion als Thema wieder neu entdeckt und verweisen gern auf einen wieder erwachten Hang zur religiösen Sinnstiftung. Oftmals wird dieses vermeintlich asymmetrische Verhältnis mit der etwas feuilletonistisch anmutenden Formel der Wiederverzauberung verklärt und so der Blick auf das veränderte religiöse Leben eingetrübt. In unserem Forschungsprojekt soll daher der religiöse Wandel fernab von engen Anbindungen an Metatheorien einer historisch kontextualisierten, sozialwissenschaftlich grundierten und kulturhistorisch qualitativ orientierten Analyse unterzogen werden. Zeitlich erstreckt sich das Vorhaben von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre und wird darüber hinaus auch deutlich aktuelle Bezüge haben. Im Zentrum des Interesses stehen die Entwicklungen in Westdeutschland. Vergleichende Perspektiven auf Großbritannien, Skandinavien, Frankreich oder die USA sind jedoch ebenso von Bedeutung wie ein Blick auf die Entwicklungen in der DDR.
| Großbölting, Thomas |
| Großbölting, Thomas |
Duration: 01/11/2007 - 31/10/2012 | 1st Funding period Funded by: DFG - Cluster of Excellence Type of project: Main DFG-project hosted at University of Münster |