Entzündliche Erkrankungen waren und sind weltweit mit Abstand die wichtigsten und häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität. Während für akute Entzündungskrankheiten, die überwiegend erregerbedingt sind, schon vielfach ursächlich wirksame Therapiemöglichkeiten (z. B. Antibiotika) bestehen, war und ist die Therapie von chronisch-entzündlichen Erkrankungen noch überwiegend auf symptomatische Maßnahmen beschränkt. Dies war die Ausgangssituation Mitte der 90er Jahre, als sich an der Medizinischen Fakultät der WWU Münster die Initiative zur Gründung dieses SFB’s bildete. Damals galt noch überwiegend, dass ausschließlich Leukozyten und ihre Effektorsysteme für die Entzündungsreaktion verantwortlich sind. Es deutete sich aber schon an, dass Entzündungsreaktionen in einem wesentlich komplexeren Zusammenhang ablaufen und vor allen Dingen auch Epithelzellen und Endothelzellen involviert sind. Es war deshalb von Anfang an das übergeordnete wissenschaftliche Ziel dieses seit Mitte des Jahres 1996 arbeitenden Sonderforschungsbereiches, spezifische Wechselwirkungen zwischen Leukozyten und Epithel- bzw. Endothelzellen zu untersuchen. Nicht nur nach unserer eigenen Einschätzung, sondern auch der von Außen hat damit dieser SFB eine Art Pionierfunktion übernommen. Wir können heute nicht zuletzt auch aufgrund der Forschungsleistung innerhalb dieses SFB’s feststellen, dass Epithel- und Endothelzellen keineswegs nur eine passive Barrierefunktion haben, sondern zu einer Vielzahl von Syntheseleistungen und darauf basierenden komplexeren Funktionen befähigt sind und dass sie mit Hilfe von entsprechenden Zytokinen sowohl untereinander als auch mit Leukozyten in Wechselwirkung treten können. Im Rahmen dieser Interaktion mit Leukozyten sind sie damit substantiell in den Abwehrprozess und in resultierende Entzündungsreaktionen einbezogen. In den unterschiedlichen und wechselnden Teilprojekten hat der SFB seit seiner Gründung Mitte der 90er Jahre substantielle Ergebnisse in ganz unterschiedlichen Detailgebieten generiert. So konnten die spezifischen Adhäsionsmoleküle identifiziert werden, die der Interaktion von Leukozyten und Endothelzellen zugrunde liegen und die die Basis liefern, den komplexen Mechanismus der Durchwanderung des Endothels durch Leukozyten zu beschreiben. Dieses führte dann bis hin zu translationalen Ergebnissen wie der Therapierbarkeit eines neu aufgeklärten genetischen Defektes der Leukozytenwanderung im Kindesalter wie zu neuen potentiellen Therapieansätzen in der Multiplen Sklerose. Weitere Beispiele sind die Ergebnisse zur Rolle von paradigmatischen Bakterien in diesen komplexen Interaktionen zwischen Granulozyten, Thrombozyten, Endothel und Epithel. Hierdurch ist die Basis wesentlich vergrößert worden, die komplexen Entstehungsweisen von wichtigen Erkrankungen wie z. B. der bakteriellen Endokarditis und bakteriellen Darmerkrankungen mit zum Teil weitreichenden Folgesyndromen wie das hämolytisch-urämische Syndrom zu erklären. Eine weitere Gruppe von herausragenden Forschungsergebnissen betreffen Entzündungs- und Abwehrreaktionen unter Beteiligung des Epithels, die immer mehr entzündliche und autoaggressive Erkrankungen der Haut und des Darmes besser verstehen lassen. Auch hier bieten sich zunehmend neue Möglichkeiten für diagnostische und therapeutische Interventionsstrategien. Wenn man die Arbeitsberichte der einzelnen Förderperioden sorgfältig rückverfolgt, lässt sich an vielen Beispielen das Ineinanderspielen von Lösen gestellter Fragestellungen und der Generierung von neuen Fragestellungen erkennen. In der Retrospektive lässt sich auch eindrucksvoll belegen, dass die herausragenden Ergebnisse auch nur durch den SFB induzierte Zusammenarbeit von unterschiedlichen wissenschaftlichen Gruppen zustande gekommen sind. Hierdurch lässt sich sehr schön nachweisen, dass auch inhaltlich und nicht nur „strukturell“ das Förderinstrumentarium Sonderforschungsbereich von substantieller Bedeutung sein kann.
| Peters, Georg |
| Peters, Georg |
| Peters, Georg |
Duration: 01/01/2003 - 31/12/2008 | 2nd Funding period Funded by: DFG - Collaborative Research Centre Type of project: Subproject in DFG-joint project hosted at University of Münster | |
Duration: 01/01/2003 - 31/12/2008 | 1st Funding period Funded by: DFG - Collaborative Research Centre Type of project: Subproject in DFG-joint project hosted at University of Münster | |
Duration: 01/01/2006 - 31/12/2008 | 1st Funding period Funded by: DFG - Collaborative Research Centre Type of project: Subproject in DFG-joint project hosted at University of Münster | |
Duration: 01/01/2006 - 31/12/2008 | 1st Funding period Funded by: DFG - Collaborative Research Centre Type of project: Subproject in DFG-joint project hosted at University of Münster | |
Duration: 01/01/2006 - 31/12/2008 | 1st Funding period Funded by: DFG - Collaborative Research Centre Type of project: Subproject in DFG-joint project hosted at University of Münster |