Lernen, affiziert zu werden: Latour und die Pädagogizität des Sinnlichen

Wicke, Lars; Kluge Markus

Forschungsartikel (Buchbeitrag)

Zusammenfassung

Der Beitrag fasst die Akteur-Netzwerk-Theorie Bruno Latours und im Speziellen das daraus hervorgehende Verständnis des Körpers als ein Theorieangebot, Affekte relational zu denken und für erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzungen fruchtbar zu machen. Gefragt wird anhand des Begriffs des Lernens, affiziert zu werden, den Latour (2004) in seinem Text „How to Talk About the Body“ entwickelt, nach den Bedingungen des Zustandekommens pädagogischer Phänomene. Dabei gerät auch die Frage nach der Situiertheit erziehungswissenschaftlicher Erkenntnispraktiken in den Blick. In einem ersten Schritt werden in Verbindung mit einem Affektverständnis der Affect Studies die Begriffe des Lernens, affiziert zu werden und des Körpers in ihrer systematischen Bedeutung für die ANT betrachtet. Lernen, affiziert zu werden wird in einem zweiten Schritt in gegenstandstheoretischer Hinsicht als Modus der Weltwahrnehmung gefasst, der eine Voraussetzung des Zustandekommens pädagogischer Praktiken darstellt. In einem dritten Schritt werden in erkenntnistheoretischer Hinsicht erziehungswissenschaftliche Erkenntnispraktiken selbst als affektiv und damit als körperlich-materiell involvierte Praktiken plausibilisiert.

Details zur Publikation

Herausgeber*innenSchildermans, Hans; Rohstock, Anne; Rieger-Ladich, Markus; Bentele, Jasmin; Wortmann, Kai
BuchtitelBruno Latour: Pädagogische Lektüren
Seitenbereich69-87
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften
ErscheinungsortWiesbaden
StatusVeröffentlicht
Veröffentlichungsjahr2026
Sprache, in der die Publikation verfasst istDeutsch
StichwörterBruno Latour; Lernen; Körper; Affekte; Akteur-Netzwerk-Theorie

Autor*innen der Universität Münster

Kluge, Markus
Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Elementarbildung / Pädagogik der frühen Kindheit (Prof. Huf)