Dialekt entdeckt – Grammatik gecheckt: Grammatikunterricht mit dem Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (FOLK)

Freywald, Ulrike

Forschungsartikel (Buchbeitrag)

Zusammenfassung

Am Beispiel eines syntaktischen und eines phonologischen Phänomens des Regiolekts im Ruhrgebiet wird diskutiert, wie regionale bzw. dialektale Varianten in den Grammatikunterricht integriert und die in der Lerngruppe vorhandenen Regiolekt-/Dialektkompetenzen mit einbezogen werden können. Dies wird mit dem Ansatz des forschenden Lernens verknüpft, und zwar in Form von Recherchen im Gesprächskorpus FOLK. Am Beispiel der Präposition-Artikel-Verschmelzung und der /g/-Spirantisierung entdecken die Schülerinnen und Schüler die Systematizität dieser Prozesse im Ruhrdeutschen und damit auch die grammatische ‚Vollwertigkeit‘ ihrer Alltagsvarietät. Zugleich lassen sich wichtige Einsichten in allgemeinere strukturelle Zusammenhänge gewinnen, wie in den Aufbau von Präpositionalphrasen und Silbenstrukturen. Indem der Regiolekt als funktionales, in sich schlüssiges System erkannt wird, kann einer Hierarchisierung von Varietäten, insbesondere einer Höherbewertung der Standardsprache, entgegengewirkt werden.

Details zur Publikation

Herausgeber*innen Hochstadt, Christiane; Schweigkofler Kuhn, Anny
BuchtitelDialekt in der Lehre. Sprachdidaktische und varietätenlinguistische Perspektiven
Seitenbereich241-282
VerlagNarr Francke Attempto Verlag
ErscheinungsortTübingen
StatusVeröffentlicht
Veröffentlichungsjahr2025
ISBN978-3-381-10901-2; 978-3-381-10902-9
Link zum Volltexthttps://www.narr.de/checkout/cart/configure/id/3316847/product_id/301747/
StichwörterGrammatikdidaktik; Regiolekt; Ruhrdeutsch, Präposition-Artikel-Verschmelzung; g-Spirantisierung; Forschendes Lernen; Gesprächskorpus

Autor*innen der Universität Münster

Freywald, Ulrike
Professur für Germanistische Sprachwissenschaft (Prof. Freywald)