Hiepel, Ludger
Übersichtsartikel (Zeitschrift) | Peer reviewedSchreiben ist ein Handwerk, das man erlernen kann. Durch wachsende Erfahrung wird Schreiben immer mehr zu einer üblichen Praxis wie etwa für eine:n Schreiner:in berufliche Erfahrung und handwerkliches Können zu Meisterleistungen – und entsprechendem Meistertitel – führen. Das deutsche Sprichwort „Übung macht den Meister“ ist weit verbreitet und wird häufig verwendet, um genau das zu betonen. Im Verlauf eines Studiums lernt man, seine Schreibprozesse bewusster zu steuern, entsprechend des eigenen Schreibtyps zu gestalten und damit auch das Handwerk von Theolog:innen immer besser zu beherrschen. Im Wissen und fortwährenden Weiterlernen, welches Vorgehen beim Schreiben individuell gut funktioniert und was eine gute Hausarbeit ausmacht, können sowohl der Schreibprozess als auch die Schreibprodukte immer besser gelingen. Daher ist es wichtig, immer wieder und wieder zu schreiben. Das exegetische Proseminar – vielfach verbunden mit dem Verfassen einer exegetischen Hausarbeit – steht in den jeweiligen Curricula für das Studium der Theologie oder Religionslehre meist in den ersten Semestern an. In manchen Studienplänen begleiten Lehrveranstaltungsformate wie eine „Schreibwerkstatt“ oder Übungen „Schreiben im Theologiestudium“ das Abfassen der ersten Hausarbeit. Unabhängig davon, ob solche Formate etabliert sind, ist es sinnvoll, bereits im Verlauf des Proseminars den Studierenden immer wieder Schreibaufgaben zu geben, damit neben der exegetischen Methodik auch Erfahrungen und Kompetenzen im wissenschaftlich-exegetischen Schreiben erworben werden können. Im Folgenden werden drei ausgewählte und erprobte Möglichkeiten vorgestellt, die das Abfassen der Hausarbeit im exegetischen Proseminar vorbereiten und begleiten. Bei der exegetischen Arbeit im Proseminar wird mit den biblischen Texten gearbeitet. In der Regel steht, wenn Sprachkenntnisse in Hebräisch und/oder Griechisch vorhanden sind, in den ersten Sitzungen das Erstellen einer eigenen Arbeitsübersetzung an. Diese ist dann häufig zusammen mit dem ursprachlichen Text die Grundlage für die weitere Arbeit im Proseminar, auf der die exegetischen Methoden vorgestellt und eingeübt werden. Hier haben sich in der akademischen Lehre zwei Wege bewährt: das exegetische Lerntagebuch und/oder konkrete Schreibaufgaben für das parallel zum Proseminar angelegte Abfassen der Hausarbeit. Sie sind der Idee schreibend lernen verpflichtet.
| Hiepel, Ludger | Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraumes (GKM) Professur für Zeit- und Religionsgeschichte des Alten Testaments (Prof. Schnocks) |