Moralschwere Sinnsuche in Empörten Welten. Erlebniswelten am Schnittpunkt von politischer Soziologie und Moralsoziologie.

Ernst-Heidenreich, Michael; Eisewicht, Paul; Gebhardt, Winfried

Übersichtsartikel (Buchbeitrag)

Zusammenfassung

Der Beitrag entwickelt ein konzeptionelles Fundament zur Analyse von Empörten Welten als politisch-moralische Vergemeinschaftungsformen der Gegenwart. Ausgangspunkt ist die These, dass Erlebniswelten nicht nur Räume spaßorientierten Eskapismus, sondern auch Orte moralisch aufgeladener, politischer Sinnsuche sind. In Auseinandersetzung mit der phänomenologischen Lebenswelttheorie (Husserl, Schütz, Luckmann) und zeitdiagnostischen Individualisierungskonzepten (Beck, Bauman, Hitzler) wird das Modell kleiner sozialer Welten als Teilzeit-Vergesellschaftungsformen konturiert, in denen Subjekte durch ästhetisch-symbolische Praktiken kollektive Identität und subjektive Orientierung gewinnen. Erkenntnisse aus der Szenen- und Eventforschung werden auf das Phänomen Empörter Welten übertragen: hochaffektive, moralisch verdichtete Protestkulturen, die sich durch Ereigniszentrierung, temporäre Vergemeinschaftung und symbolische Abgrenzung auszeichnen. Die Einleitung schließt mit einer Vorstellung der einzelnen Beiträge des hier vorgelegten Sammelbands zu Theorie und EmpirieEmpörter Welten.

Details zur Publikation

Herausgeber*innenErnst-Heidenreich, Michael; Eisewicht, Paul; Gebhardt, Winfried
Buchtitel Empörte Welten. Moralschwere Sinnsuche in polarisierten und polarisierenden Zeiten.
Seitenbereich3-32
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften
ErscheinungsortWiesbaden
StatusVeröffentlicht
Veröffentlichungsjahr2026 (03.02.2026)
Sprache, in der die Publikation verfasst istDeutsch
ISBN978-3-658-48327-2
DOI10.1007/978-3-658-48327-2_1
Link zum Volltexthttps://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-48327-2_1
StichwörterEmpörung, Erlebniswelten, Moral, Event, Vergemeinschaftung

Autor*innen der Universität Münster

Eisewicht, Paul
Institut für Soziologie (IfS)