Rack-Hellekes, Nadine
Forschungsartikel (Buchbeitrag)In diesem Beitrag werden Bilderbücher zu Tod und Trauer in Hinblick auf ihre ästhetische Verfremdung betrachtet und dabei ausgelotet, welche didaktische Anschlussmöglichkeiten sich für den Literaturunterricht in der Grundschule eröffnen. Nach einer theoretischen Annäherung an die Begriffe Tod und Trauer sowie einer Kontextualisierung innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur werden drei Bilderbücher Ein Ort für meine Traurigkeit (Booth/ Litchfield 2021), Wenn die ganze Welt (Coelho/ Colpoys (2022 [2018]) und Papa ist überall (Chazerand/Pelon (2024 [2021]) analysiert und in Hinsicht auf didaktischen Anschlussmöglichkeiten perspektiviert. Der Beitrag vertritt die Auffassung, dass Bilderbücher zu Tod und Trauer nicht im Sinne einer pragmatischen Lesart als Mittel zur Wissensvermittlung oder der Trauerpädagogik missverstanden werden sollten, sondern als literarische Gegenstände, die über eine ästhetische Eigengesetzlichkeit verfügen und literarästhetische Erfahrungsräume eröffnen. In ihrer spezifischen Bild-Text-Gestaltung schaffen sie Möglichkeiten, existentielle Grundthemen wie Verlust, Erinnerung und Vergänglichkeit in ästhetisch verfremdeter Art und Weise erfahrbar zu machen und dadurch zur Reflexion jenseits funktionaler Vereinnahmungen einzuladen.
| Rack-Hellekes, Nadine |