Lernbeeinträchtigungen im dynamischen Netzwerk: Ein konzeptioneller Ansatz aus der Messtheorie

Daniel, Fabienne; Wilbert, Jürgen

Poster

Zusammenfassung

Aktuelle Ansätze zur Diagnostik von Lernbeeinträchtigungen konzentrieren sich überwiegend auf intellektuelle Fähigkeiten und vernachlässigen dabei die vielfältigen soziopsychologischen Dynamiken, die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Lernschwierigkeiten bedeutsam sind. Auch weitere Einflussfaktoren – etwa schulische Rahmenbedingungen, familiäre Interaktionen oder emotionale Belastungen – sind bislang nur unzureichend untersucht worden. Zwar weisen mehrere Studien auf diese Forschungslücken hin (vgl. Fischbach et al., 2013), doch übersehen sie häufig die komplexen Wechselwirkungen zwischen individuellen, sozialen und strukturellen Variablen. Zudem erweisen sich viele der bestehenden Modelle als zu spezifisch und sind daher nur eingeschränkt generalisierbar. Vor diesem Hintergrund erscheint die Entwicklung eines umfassenden Rahmenkonzepts für Lernbeeinträchtigungen notwendig. Der vorliegende Beitrag beleuchtet daher eine neue Perspektive, die auf der Netzwerktheorie der Psychopathologie basiert (Borsboom & Cramer, 2013). Lernbeeinträchtigungen werden hierbei nicht primär als Ausdruck einer zugrunde liegenden Störung verstanden, sondern als Ergebnis dynamischer Interaktionen zwischen verschiedenen Symptomen, Kontextfaktoren und individuellen Ressourcen.

Details zur Publikation

StatusVeröffentlicht
Veröffentlichungsjahr2025
KonferenzHerbsttagung der Arbeitsgruppe Empirische Sonderpädagogische Forschung (AESF), 21.11.-22.11.2025, Dortmund, Deutschland
StichwörterLernstörungen; Netzwerkmodell; Netzwerktheorie; Rahmenmodell