Sommer, Christoph; Lodde, Moritz; Hofmann-Fliri, Ladina; Raschke, Michael J.
Forschungsartikel (Zeitschrift) | Peer reviewedDie knöcherne Konsolidierung nach einer Fraktur hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter optimalen Bedingungen erfolgt sie innerhalb von wenigen Wochen. Grundvoraussetzung für die Frakturheilung ist die Wiederherstellung der adäquaten biomechanischen Stabilität mit möglichst idealer interfragmentärer Bewegung. Die distale Femurfraktur stellt, insbesondere bei ausgeprägtem Weichteilschaden, mehrfragmentärer Fraktursituation und Gelenkbeteiligung eine besondere Herausforderung dar. Aktuell angewandte operativen Verfahren – isolierte laterale Platten‑, Doppelplatten- und Marknagelosteosynthese sowie Kombinationsverfahren – gehen mit einer relativ hoher Komplikationsrate einher. Das Prinzip der Biphasic Plate beruht auf der in der Platte befindlichen quer und längs verlaufenden Spalten, der bei Belastung eine „kontrollierte Instabilität“ ermöglicht. Dieser sorgt für eine relativ hohe interfragmentäre Bewegung schon bei geringer Belastung (flexible Phase) und eine geringe Bewegung bei hoher Belastung (steife Phase). Das Implantat wird also bei höherer mechanischer Beanspruchung rigider. In biomechanischen Tests erwiesen sich die Stressverteilung des Implantats, die Zahl der Zyklen bis zum Versagen und die maximale Belastung gegenüber der Locking Compression Plate – Distal Femur (LCP-DF) vorteilhaft. Zukünftige Studien müssen die mögliche klinische und wirtschaftliche Überlegenheit zu den derzeit etablierten Verfahren vergleichen. Die bisherigen präklinischen Studien konnten die Sicherheit und Anwendbarkeit des Implantats und des innovativen Prinzips der kontrollierten Instabilität in der Frakturheilung nachweisen.
| Lodde, Moritz Friedrich | Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie |
| Raschke, Michael Johannes | Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie |