Geschichte des deutschen Historikerverbandes und der Historikertage seit 1948

Grunddaten zu diesem Projekt

Art des ProjektesGefördertes Einzelprojekt
Laufzeit an der Universität Münster01.04.2015 - 01.10.2017

Beschreibung

Außer den USA kann kein anderes Land der Welt einen derart kontinuierlich und insgesamt gleichermaßen politisch wie gesellschaftlich einflussreichen Historikerverband aufweisen wie die Bundesrepublik mit ihren Vorgängerstaaten. Doch ausgerechnet die Geschichte dieses 1895 gegründeten Verbandes ist bislang nicht aufgearbeitet worden, während kleinere nationale Historikerverbände und andere geschichtswissenschaftliche Institutionen längst ihre Historiografen gefunden haben. Dabei besteht die Aufgabe des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands nicht nur darin, turnusmäßig den größten geisteswissenschaftlichen Kongress Europas, den Historikertag, zu organisieren, der 1893 erstmals und 2012 zum 49. Mal stattfand. Vielmehr erstreckten sich seine Tätigkeiten auch auf die Interessenvertretung des Faches und die Selbstrepräsentation gegenüber der Öffentlichkeit: Der Verband diente der fachinternen Kommunikation, war Teil des Disziplinbildungs- und Institutionalisierungsprozesses des Faches, er knüpfte internationale Verbindungen, griff Gegenwartsfragen auf, kämpfte im Wettstreit um knappe Bildungsressourcen für das Fach Geschichte in Universität und Schule, er fungierte mithin auch als Austragungsort von Konflikten mit der Politik. Insbesondere das von 1948 bis heute reichende Verbandsarchiv erlaubt, interne Entscheidungsprozesse bezüglich des Faches, Netzwerkbildungen sowie die Gestaltung der Historikertage samt der Entscheidung über die Zulassung und Nichtzulassung von Sektionen und Vorträgen zu beleuchten. Diese Fragen verdienen es, in Angriff genommen und in einer problemorientierten Verbandsgeschichte analysiert zu werden. Das Projekt steht in enger Kooperation mit einem Potsdamer Forschungsprojekt, das die Zeit von 1893 bis zum Ende des Nationalsozialismus behandelt, und konzentriert sich auf die neueste Zeitgeschichte von 1945 bis in die Gegenwart.

StichwörterNeuere und Neueste Geschichte; Europäische Geschichte der Neuzeit; Außereuropäische Geschichte
FörderkennzeichenBL 1362/1-1; 1362/1-2
Mittelgeber / Förderformat
  • DFG - Sachbeihilfe/Einzelförderung

Projektleitung der Universität Münster

Blaschke, Olaf
Professur für Neuere und Neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte des 19. Jahrhunderts (Prof. Blaschke)

Antragsteller*innen der Universität Münster

Blaschke, Olaf
Professur für Neuere und Neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte des 19. Jahrhunderts (Prof. Blaschke)