Kürzlich erzielte Fortschritte in der Erforschung der Haut haben gezeigt, dass die Haut nicht nur ein bedeutendes Barriereorgan ist, sondern auch lokale und systemische Immunreaktionen lenkt. Bislang ist das kutane Immunsystem aus relativ engen Blickwinkeln untersucht worden, z.B. indem spezifische Erkrankungen oder Zellen untersucht wurden. Dieser Ansatz kann aber unmöglich die sehr komplexen molekularen und zellulären Interaktionen der Haut in ihrer Gänze erfassen. Ziel dieses weltweit einzigartigen Forschungskonsortiums ist es, das kutane Immunsystem in seiner ganzen Komplexität zu untersuchen und damit Grundlagen für neue Therapiestrategien von Hauterkrankungen zu entwickeln. Zur Erreichung dieses Ziels haben sich Dermatologen, Immunologen, Mikrobiologen und Biochemiker von drei Forschungsstandpunkten zu einem kohärenten Konsortium zusammengetan. Dazu wurden drei miteinander verbundene Forschungsschwerpunkte definiert. Der Teilbereich A fokussiert auf die von außen auf die Haut einwirkenden Moleküle oder Mikroben und befasst sich hauptsächlich mit der angeborenen Immunität. In der 1. Förderperiode haben diese Arbeiten u.a. zur Identifikation von neuen antimikrobiellen Peptiden und zum besseren Verständnis der Funktion von innate lymphoid cells in der Haut beigetragen. Im Teilbereich B liegt der Schwerpunkt auf dem interzellulären „crosstalk“ von Immunzellen und Molekülen der Haut. Diese Arbeiten haben v.a. zu einem besseren Verständnis der Funktion von Keratinozyten oder von Subpopulationen dendritischer Zellen (DC) und ihrer Auswirkungen auf Erkrankungen wie die allergische Kontaktdermatitis oder die Schuppenflechte geführt. Teilbereich C konzentriert sich auf die Auswirkungen kutaner Immunreaktionen auf Erkrankungen wie Schuppenflechte oder kutaner Autoimmunerkrankungen und hat zu deren besseren Verständnis beigetragen. Zahlreiche Projekte bearbeiten Teilaspekte in allen Bereichen. Die Übertragung unserer wissenschaftlichen Erkenntnisse in die klinische Praxis bleibt ein Hauptziel der nächsten beiden Antragsperioden.
Laufzeit: seit 01.01.2015 | 2. Förderperiode Gefördert durch: DFG - Sonderforschungsbereich Art des Projekts: Teilprojekt in DFG-Verbund koordiniert außerhalb der Universität Münster |