Transport von Lithiumionen in selbstorganisierten zwitterionischen Nanokanälen mit ionischer Flüssigkeit
Grunddaten zu diesem Projekt
Art des Projektes: Gefördertes Einzelprojekt
Laufzeit an der Universität Münster: 01.10.2022 - 30.09.2025 | 1. Förderperiode
Beschreibung
Elektrochemische Energiespeichersysteme der nächsten Generation, wie
z.B. Li-Metall-Batterien, benötigen spezifische Elektrolyte, die den
schnellen, selektiven Transport einer Ionenspezies (z.B. Li+) befördern,
gleichzeitig aber mechanisch hinreichend robust sind, um
Dendritenwachstum oder Auslaufen des Elektrolyten zu verhindern. Die
Selbstorganisation von Copolymeren aus inkompatiblen Monomeren ist ein
vielversprechender Ansatz, diese gegensätzlichen Anforderungen durch
eine räumliche Trennung in feste, strukturbildende sowie flüssige,
ionenleitende Domänen zu vereinen. In bisherigen
Blockcopolymer-Elektrolyten mit Leitsalz wurden allerdings noch keine
hinreichenden Leitfähigkeiten erreicht. Eine besondere Perspektive
stellen bikontinuierliche Strukturen mit leitfähigen Kanälen dar, da
hier die Möglichkeit besteht, die räumliche Einschränkung mit
Grenzflächeneffekten, die selektiven Ionentransport fördern, zu
vereinen. Ansatz dieses Projektes ist es, amphiphile Kammpolymere aus
hydrophoben Makro-monomeren, die zwitterionische (ZI) Gruppen als
strukturbildendes Element enthalten, mit Flüssigelektrolyt (ILE) aus
Li-Salz in ionischer Flüssigkeit zu quellen, um flüssige, ionenleitende
Kanäle von nm-Dimensionen in fester Matrix zu erhalten. Ziel ist es, die
Hypothese einer selektiven Förderung des Li+-Transportes durch
ZI-dekorierte Nanokanäle in diesen neuartigen nanostrukturierten
Elektrolyten (NSE) zu überprüfen. Es wird dabei untersucht, wie sich die
ZI-Gruppen auf den Li+-Ionentransport in Nanokanälen unterschiedlicher
Radien auswirken, um das Wechselspiel von räumlicher Einschränkung und
Beeinflussung des Transports durch Grenzflächenwechselwirkung
aufzuklären. Die räumliche Einschränkung wird dazu durch (i)
Copolymer-Architektur, (ii) Quellungsgrad (ILE-Anteil), sowie (iii)
Rigidität der strukturellen Domänen systematisch variiert. Der
Ladungstransport wird durch Impedanzspektroskopie und
Polarisationsmessungen, die Beiträge einzelner Ionenspezies durch 7Li,
19F, and 1H gepulste Feldgradienten-NMR Diffusion sowie
elektrophoretische NMR (eNMR) charakterisiert. Es wird erwartet, daß die
Nanostruktur einen wesentlichen Einfluß auf ionische
Transport¬mechanismen hat. Strukturelle Untersuchungen (WAXS, TEM, DSC,
Rheologie) korrelieren begleitend die Kanaldimensionen mit dem
beobachteten Transportverhalten. Es wird erwartet, daß die hier
eingeführten NSE mit ZI-dekorierten Nanokanälen eine zukunftsträchtige
Strategie darstellen, um selektiv den Ionentransport anvisierter Spezies
zu fördern. Während sich das vorliegende Projekt auf Li+-leitende NSE
fokussiert, kann das Konzept in Zukunft eine Plattform zur Entwicklung
nanostrukturierter Materialien für den Transport anderer Kationen (Na+,
H+) oder Anionen in Energiespeichermaterialien darstellen.
Stichwörter: Lithiumionen; Nanokanäle
Förderkennzeichen: SCHO 636/9-1 | DFG-Projektnummer: 509154483
Mittelgeber / Förderformat: - DFG - Sachbeihilfe/Einzelförderung
Projektleitung der Universität Münster
Antragsteller*innen der Universität Münster
Projektbeteiligte Organisationen außerhalb der Universität Münster
- Tufts UniversityVereinigte Staaten