Das im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1981 „Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ angesiedelte Forschungsvorhaben Innerislamischer Wissenstransfer im Osmanischen Reich: Zu Übersetzungen islamischer Mystik im Rahmen transregionaler Sufinetzwerke in den anatolischen und arabischen Provinzen behandelt anhand von Werken der islamischen Mystik persisch-arabisch-türkische Übersetzungs- bzw. Adaptionsprozesse in verschiedenen Teilen und Grenzregionen des Osmanischen Reiches vom 16. bis 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht hierbei die soziokulturelle Verortung von Übersetzungs- bzw. Übertragungsvorgängen – d.h. die Umstände von Auswahl, Imitation und Adaption sowie Transmission und Rezeption von Texten – im Rahmen einer überlieferungsgeschichtlichen Untersuchung auf Basis von Handschriften und Methoden der materiellen Philologie (material philology) sowie aktueller Ansätze der Translationwissenschaft. Dies umfasst neben textuellen, paratextuellen und kodikologisch-visuellen Aspekten des Mediums Handschrift gleichzeitig auch die Person des jeweiligen Übersetzers als eigentlichen Akteur/Multiplikator des Wissenstransfers. Das ausgewählte Handschriftenkorpus lässt Einblicke in die soziokulturelle Struktur der osmanischen Gelehrten- und Buchkultur zu und erweitert den im Hinblick auf Übersetzungsvorgänge gewöhnlich auf Istanbul fixierten Blick um Beispiele aus den arabisch-osmanischen Provinzen und dem osmanisch-iranischen Grenzgebiet. Dadurch wird es möglich, die grenzüberschreitenden Wechselbeziehungen zwischen Akteuren und Themen verschiedener kultureller Milieus und Wandlungen bei der Übertragung von Normen und Repräsentationen in transregionaler Perspektive zu betrachten.
| Bockholt, Philip | Institut für Arabistik und Islamwissenschaft |
| Bockholt, Philip | Institut für Arabistik und Islamwissenschaft |