WGTh-Netzwerk „Praxeo-Theologie. Programm – Probleme – Perspektiven" (PraxeoTheologie)

Grunddaten zu diesem Projekt

Art des ProjektesProjekt durchgeführt außerhalb der Universität Münster
Laufzeit an der Universität Münster03.02.2026 - 04.03.2029 | 1. Förderperiode

Beschreibung

Theorien der Praxis beruhen auf einer zentralen Prämisse. Diese besagt konstruktiv, dass eine Praxis die kleinste Einheit sinnvoller Beschreibung (methodisch) und die kleinste Einheit von Sinn und Verstehen (hermeneutisch) bildet (cf. Schatzki 2001, 10; Reckwitz 2003, 290). Damit ist kritisch gesagt, dass die sonstigen Alternativen – wie etwa Strukturen, Systeme, Kommunikation, Handlungen oder (individuelle bzw. netzwerkartige) Subjekte – in ihrer Brennweite korrekturbedürftig sind. Praxistheorien haben gegenüber strukturalistischen, systemtheoretischen, handlungsorientierten bzw. subjektivistischen Ansätzen drei wesentliche Vorzüge: eine Praxis ist über interne Konfigurationen (etwa routinisierte oder materialisierte Tätigkeiten, sozial geteilte Regeln, Normen, Gewohnheiten) beschreibbar (Möllers 2015, Kap. 3); sie integriert dabei bislang disparate Ansätze, die auch in der Theologie partiell, wenn auch einzeln rezipiert worden sind (u.a. Materialität und Dispositive, Theorien des Affekts & der Emotionen, Formen des embodiment); schließlich erlaubt der Fokus auf die Praxis eine Neubestimmung von Handlungen und dem, was aus ihnen hervorgeht oder emergiert (cf. implizites Wissen, Repetition & Differenz, Theorien des Ereignisses, performance studies). Was passiert nun theologisch, wenn ein Netzwerk religiöser Praktiken als der Gegenstand des Faches bestimmt wird? Das kann nun weiter konkretisiert werden: Was also geschieht, sobald Praktiken als routinisierte oder repetitive, materialisiert-affektive, regelgeleitete sowie performativ produktive (Kon)Figurationen verstanden werden? Die dogmatische Brisanz dieses zunächst methodischen Vorschlags mag deutlich sein: Die Relation zwischen repetitiven und darin zeitlich und räumlich variierbaren sowie performativen Praktiken und dem, worum es in ihnen geht – womöglich selbst ein performatives Ereignis –, wäre neu zu verstehen.

Stichwörter Praxis, Mikropraktiken und Meta-Praxis,
Webseite des Projektshttps://www.theologie.uni-hamburg.de/einrichtungen/kontakt/hartmut-von-sass.html

Projektleitung der Universität Münster

Roggenkamp, Antje
Professur für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik (Prof. Roggenkamp-Kaufmann)

Projektbeteiligte Organisationen außerhalb der Universität Münster

  • Universität HamburgDeutschland