Koloniale rechtliche Kategorisierungen hatten große Auswirkungen auf die Kategorisierten, da sie ihre Rechte und Pflichten in der Gesellschaft festlegten. Gleichzeitig sagen sie viel über das Weltbild und die Ordnungsvorstellungen der Kolonisierer aus. Teilweise bestehen sie bis heute fort. Die Kategorie Mestiz*n existierte in vielen, jedoch nicht in allen europäischen Kolonialreichen. Sie bezeichnete Nachkommen von Europäer*innen und Indigenen, d.h. von Kolonisierern und Kolonisierten. Sie existierte als Kategorie und Begriff im spanischen (mestizo), portugiesischen (mestiço), französischen (métis), italienischen (meticcio), niederländischen (mestizo/mesties) und belgischen (métis/mesties) Kolonialreich sowie in den meisten der sich daraus ergebenden postkolonialen Nationalstaaten aber nicht in anderen Kolonialreichen wie z.B. dem deutschen oder britischen wo etwa Begriffe wie „Mischling“ gebräuchlich waren. Das Projekt fragt nach dem Entstehen, der Übernahme, und Verbreitung der Begriffe Mestiz*in und Mestizisierung in (post)kolonialen Gesellschaften in Afrika, Asien, Amerika und bewusst auch in Europa.
| Albiez-Wieck, Sarah |
| Albiez-Wieck, Sarah |
| Hellmann, Noah David | |
| Rugerio Bonenkamp, Daniel |