Preis der Hildegard und Karl-Heinrich Heitfeld Stiftung 2014 in der Kategorie: Herausragende Abschlussarbeit

Grunddaten zur Preisverleihung

Art des Preises: Forschungspreis oder andere Auszeichnung
Verliehen von: Hildegard und Karl-Heinrich Heitfeld Stiftung
Verliehen an: Beer, Tjark; Budde, Gerrit; Dunkel, Kristina; Fischer, Tobias; Reinke, Debora
Bekannt gegeben am: 11.07.2014
Verleihung erfolgte am: 15.07.2014
Höhe des Preisgeldes: 2500

Über die Preisverleihung

Zum 13. Mal hat das Institut für Geologie und Paläontologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) die Preise der "Hildegard und Karl-Heinrich Heitfeld Stiftung" vergeben. In diesem Jahr wurden gleich fünf Studierende für ihre herausragenden Masterarbeiten ausgezeichnet. Tobias Fischer untersuchte in seiner Masterarbeit Ammonoideen, eine ausgestorbene Gruppe sogenannter Kopffüßer, aus deutschen und marokkanischen Meeresablagerungen. Dadurch konnte er Rückschlüsse auf die embryonale Entwicklung, Stammesgeschichte und Lebensweise dieser mehr als 360 Millionen Jahre alten Fossilien ziehen. Die unterschiedliche Verbreitung der Ammonoideen-Arten gab dem Paläontologen zusätzliche Hinweise auf die erdgeschichtliche Entwicklung des urzeitlichen Meeresraumes. Debora Reinke entwickelte eine neue Art der Messung bestimmter Pestizide und Arzneimittel in Wasserproben. Dazu verwendete sie die Methoden der Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie. So wies sie in Wasserproben der münsterschen Aa und ihren Nebenflüssen Spuren von Stoffen landwirtschaftlicher und städtischer Herkunft nach. Für die Analyse von Ruß aus der Verbrennung von verschiedenen Holzarten verwendete Tjark Beer in seiner Masterarbeit eine neuartige Methode. Er untersuchte den Ruß auf die Schadstoffgruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Hierbei stellte er fest, dass abhängig vom Brennmaterial unterschiedliche Verbindungen dieser Gruppe entstanden. Bei der Verbrennung von Holzpellets und -briketts bildeten sich besonders große Mengen krebserregender Verbindungen. Kristina Dunkel beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit sogenannten Zeolithen, einer Gruppe von Mineralen, die aufgrund ihrer weiten Kristallstruktur viele verschiedene Ionen aufnehmen und wieder abgeben können. Deshalb werden diese Minerale auch beispielsweise zur Wasserenthärtung in Waschmitteln eingesetzt. Die Arbeit zeigte, dass nicht nur die Diffusion zum Austausch der Ionen innerhalb der Kristallstrukturen führen kann, sondern auch sogenannte gekoppelte Lösungs-Fällungs-Reaktionen entstehen. Dabei werden Teile eines Kristalls aufgelöst und unmittelbar danach in anderer Zusammensetzung, aber in gleicher Form, wieder fest. Gerrit Budde hat für seine Masterarbeit eine geologische Methode bewertet, die das Mineral Lawsonit verwendet, um bestimmte geologische Ereignisse zu datieren. Dieses erst kürzlich etablierte sogenannte Geochronometer beruht auf einem radioaktiven Zerfallssystem. Die Methode bietet neue Möglichkeiten zur Erforschung sogenannter Subduktionszonen. So werden Bereiche genannt, in denen ozeanische und kontinentale Erdplatten aufeinandertreffen und sich untereinander schieben. Durch die Untersuchung verschiedener Gesteine aus Griechenland und der Türkei konnte der Masterabsolvent zeigen, dass die Methode zuverlässig funktioniert.
Link zur Pressemitteilung der Universität Münster: https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=2848

Über den Preis

Die "Hildegard und Karl-Heinrich Heitfeld Stiftung" dient der Förderung der Geologie-Paläontologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster insbesondere durch die Vergabe von Stipendien an besonders förderungswürdige Studierende und Postgraduierte sowie zur Vergabe von Preisen an herausragende Diplomanden und Promovenden, wobei in der Regel hier jährlich zwei Preise zu jeweils 2500.- EUR ausgelobt werden sollen.
Art des Preises: Sonstige Auszeichnung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Webseite des Preises oder Verleihers: http://www.uni-muenster.de/GeoPalaeontologie/Heitfeld.html
Zeitraum der Vergabe: seit 2001