Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages  2025

Grunddaten zur Preisverleihung

Art des PreisesForschungspreis oder andere Auszeichnung
Verliehen vonDeutscher Bundestag
Verliehen anHövelmeyer, Nicole Christin
Bekannt gegeben am27.01.2025
Verleihung erfolgte am27.01.2025
Höhe des Preisgeldes5000 EUR

Über die Preisverleihung

Nicole Hövelmeyer, Jahrgang 1994, wurde für ihre 2024 veröffentlichte und mit summa cum laude bewertete Dissertation mit dem Titel „Brexit als vermeintliche Rückkehr zur constitutional orthodoxy. Selbstbindung des Westminster Parliament nach dem Austritt aus der Europäischen Union“ ausgezeichnet. Hövelmeyer stellt zwei Rechtsauffassungen gegenüber: einerseits die „constitutional orthodoxy“, die formelle und materielle Schranken bei der Gesetzgebung aufgrund der traditionsreichen britischen Parlamentssouveränität nahezu vollständig ausschließt, und andererseits „new view“, bei dem die materielle Parlamentssouveränität unberührt bleibt und nur eine Bindung an formelle Grenzen der legislativen Gewalt möglich sein soll. Die Autorin stellt fest, dass historisch die politische, nicht die normative Selbstbindung des Parlaments der Regelfall war. Mit politischer Selbstbindung sind Schranken gemeint, die sich nicht gesetzlich, sondern durch öffentlichen Druck und aus Angst vor politischen Konsequenzen ergeben. Während der Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und später in der EU  habe es eine Abkehr von der traditionellen „constitutional orthodoxy“ gegeben. Nach dem Brexit ist eine Rückkehr zur „constitutional orthodoxy“ nach Einschätzung Hövelmeyers insgesamt jedoch nicht zu beobachten. Für die Jury lobte Prof. Dr. Christian Waldhoff, dass Hövelmeyers Arbeit dem deutschen Publikum wichtige aktuelle Informationen für das Funktionieren des Westminster-Parlamentarismus liefert, die an die aktuelle Parlamentsdiskussion im Vereinigten Königreich anschließen. Die Jury habe Argumentationstiefe und Darstellung einhellig als herausragend bewertet und dabei Klarheit, Gründlichkeit und gute Verständlichkeit hervorgehoben.
Besonderheiten & AnmerkungenDer Preis wird in diesem Jahr geteilt zwischen Dr. Nicole Hövelmeyer und Dr. Felix Lücke.
Link zur Pressemitteilung des Verleihershttps://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw05-wissenschaftspreis-1039752
Link zur Pressemitteilung der Universität Münsterhttps://www.jura.uni-muenster.de/de/apps/news-hauptseite/wissenschaftspreis-des-bundestages-an-nicole-hoevelmeyer-verliehen/

Preisträger*innen der Universität Münster

Koblenz, Nicole

Über den Preis

Der Preis würdigt hervorragende wissenschaftliche Arbeiten der jüngsten Zeit aus allen Disziplinen, die zur Beschäftigung mit den Fragen des Parlamentarismus anregen und zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen. Dafür kommen Studien etwa zur Wahl und insbesondere zur Arbeitsweise von Volksvertretungen ebenso infrage wie Untersuchungen zur Einbettung des Parlamentarismus in bundesstaatliche und supranationale Ordnungen. Auch Arbeiten zum Verhältnis von Parlament und Regierung, zur politischen Kontrolle parlamentarischer Ordnungen durch Gerichte, Medien und Zivilgesellschaft, zur Rolle und den Funktionen politischer Parteien und zu den Auswirkungen einer veränderten Öffentlichkeit durch die Digitalisierung kommen in Betracht, soweit sie Fragen zum Parlamentarismus thematisieren. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Fachjury trifft die Auswahl über die Vergabe des Preises.
Art des PreisesPreis für hervorragende Forschung
Webseite des Preises oder Verleihershttps://www.bundestag.de/parlament/parlamentspreise/wissenschaftspreis
Zeitraum der Vergabeseit 1989