In meiner Dissertation gehe ich der Frage nach, inwiefern sowjetische Filme der 1920er bis 1940er Jahre formale, narrative und ästhetische Strategien der russisch-orthodoxen Ikonentradition aufgreifen – insbesondere in der Inszenierung des sowjetischen Helden. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Ikone nicht nur als visuelle Referenz dient, sondern in säkularisierter Form politisch funktionalisiert wird: Elemente wie die Votivbildstruktur oder Heiligendarstellungen werden in die Bildsprache des Films überführt und in den Dienst eines kommunistischen Heilsversprechens gestellt.