Der Einfluss einer Kombinationstherapie aus Granulozyten-Kolonie stimulierendem Faktor und mononukleären Knochenmarkzellen auf die funktionelle und strukturelle Erholung im Schlaganfallmodell der…

Grunddaten zum Promotionsverfahren

Promotionsverfahren erfolgt(e) an: Promotionsverfahren an der Universität Münster
Zeitraum19.06.2014 - 05.07.2016
Statusabgeschlossen
Promovend*inBeuker, Carolin
PromotionsfachMedizin
AbschlussgradDr. med.
Form der Dissertationsschriftmonographisch
Verleihender FachbereichFachbereich 05 - Medizinische Fakultät
Betreuer*innenMinnerup, Jens
Gutachter*innenMinnerup, Jens; Ertmer, Christian

Beschreibung

Der Schlaganfall ist einer der Hauptgründe für bleibende neurologische Defizite im Erwachsenenalter in den westlichen Industrienationen. Derzeit bestehen die einzigen evidenzbasierten Therapien nach akutem Hirninfarkt in der systemischen Thrombolyse, der mechanischen Thrombektomie und der Behandlung auf einer spezialisierten Stroke Unit. Einen vielversprechenden therapeutischen Ansatz stellen zellbasierte Therapien mit dem hämatopoetischen Wachstumsfaktor Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor (G-CSF) und mononukleären Knochenmarkzellen (BM-MNC) dar. Für beide Therapien konnte bisher im Tiermodell unabhängig voneinander ein Nutzen hinsichtlich der funktionellen Regeneration nach zerebraler Ischämie nachgewiesen werden. Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die vergleichende Beurteilung der Wirksamkeit einer kombinierten Therapie aus G-CSF und BM-MNC mit der alleinigen Wachstumsfaktor- oder Knochenmarkzelltherapie. Um das zumeist komorbide Kollektiv von Schlaganfallpatienten besser abbilden zu können, wurden Spontan Hypertensive Ratten als Versuchstiere ausgewählt. Den Versuchstieren wurden eine Stunde nach photothrombotischer Ischämieinduktion in Abhängigkeit von ihrer zugeordneten Therapiegruppe entweder eine Placebolösung, 5 Millionen BM-MNC, 50 g/kgKG/Tag G-CSF über 5 Tage oder die Kombination aus 5 Millionen BM-MNC und je 50 g/kgKG/Tag G-CSF über 5 Tage injiziert. Über 4 Wochen wurde die funktionelle Erholung mittels Verhaltenstestungen quantifiziert. Anschließend erfolgte die Bestimmung der postischämischen Angio- und Neurogenese mittels histologischer Analysen. Die kombinierte Therapie aus BM-MNC und G-CSF sowie die alleinige Therapie mit G-CSF wiesen einen signifikanten Nutzen in Bezug auf die Rückbildung der sensomotorischen Defizite auf. Für die strukturelle Erholung am Beispiel von Angio- und Neurogenese konnte die Effektivität der kombinierten als auch alleinigen Wachstumsfaktor- oder Knochenmarkzelltherapie nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit belegen die Effektivität der Gabe von G-CSF auf die funktionelle Erholung nach zerebraler Ischämie im Langzeitverlauf bei Spontan Hypertensiven Ratten. Eine Überlegenheit der Kombinationstherapie gegenüber der alleinigen Wachstumsfaktortherapie konnte bei komorbiden Tieren nicht bestätigt werden.

Promovend*in an der Universität Münster

Beuker, Carolin
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie

Betreuung an der Universität Münster

Minnerup, Jens
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie

Begutachtung an der Universität Münster

Ertmer, Christian
Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Minnerup, Jens
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie