[Arbeitstitel] Konzeptualisierung von Motion Events im Deutschen und Französischen: Die Kodierung von Ähnlichkeiten und Kontrasten

Grunddaten zum Promotionsverfahren

Promotionsverfahren erfolgt(e) an: Promotionsverfahren an der Universität Münster
Zeitraumseit 01.10.2019
Statuslaufend
Promovend*inSiemon, Rieke
PromotionsfachDeutsche Philologie
AbschlussgradDr. phil.
Form der Dissertationsschriftmonographisch
Verleihender FachbereichFachbereich 09 - Philologie
Betreuer*innenDimroth, Christine; Stathi, Katerina

Beschreibung

Um außersprachliche Ereignisse sprachlich zu kodieren, müssen alle rezipierten Informationen gefiltert, ausgewählt und geordnet werden. Wonach wird entschieden, welche Parameter für die sprachliche Wiedergabe besonders wichtig sind? Die Auswahl der Informationseinheiten und der Argumentstruktur sind nicht universal, sondern unterscheiden sich beispielsweise bei Sprachen, die nach Talmy (1975, 1985) als Verb- bzw. Satellitensprachen eingeordnet werden. Bei der sprachlichen Kodierung der Situation werden die Informationen auf vorsprachlicher Ebene, der Konzeptualisierung, unterschiedlich gefiltert und kombiniert. Untersuchungen zu Motion Events zeigen, dass französische Sprecher*innen bei der Beschreibung von Bewegungsereignissen von der Figur, der sich bewegenden Entität, ausgehend konzeptualisieren, während deutsche Muttersprachler*innen ihre Aufmerksamkeit auf Rauminformationen, also Eigenschaften des Weges oder den Endpunkt von Bewegungen richten (vgl. v. Stutterheim et al. i.Dr./v. Stutterheim, Gerwien 2019). Dimroth et al. (2010) haben herausgefunden, dass französische Proband*innen für die Kodierung von Ähnlichkeiten und Kontrasten die Markierung von Entitäten präferieren, deutsche Sprecher*innen nutzen dafür hingegen bevorzugt die Polarität und Assertion (vgl. Dimroth et al. 2010). Im Dissertationsprojekt ist geplant, beide Ansätze miteinander zu verbinden und die Ergebnisse im Zusammenhang zu untersuchen. Dafür soll eine empirische Studie mit deutschen und französischen Muttersprachler*innen durchgeführt werden. Im Mittelpunkt soll dabei die Auswahl von Informationseinheiten stehen, anhand derer Ähnlichkeit bzw. Kontraste kodiert werden. Welche Parameter werden durch den unterschiedlichen Ausgangspunkt der Vergleichssprachen Deutsch und Französisch für diese Kodierung prominent genutzt und welche werden übersehen?

Promovend*in an der Universität Münster

Siemon, Rieke

Betreuung an der Universität Münster

Dimroth, Christine
Stathi, Katerina

Begutachtung an der Universität Münster

Dimroth, Christine